Versorgungsepidemiologie
Aktuelle Projekte
Auswirkungen der H-Überweisungen auf die Versorgung Evaluation der Neuregelungen der Hausarztvermittelten Überweisung
Seit dem 1. Januar 2023 gelten neue Regelungen zur Terminvermittlung durch Hausärzt:innen, um die Patientenversorgung zu verbessern und Krankenhauseinweisungen zu reduzieren. Ein Forschungsprojekt untersucht die Auswirkungen der H-Überweisung auf die Versorgung sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Dabei werden Haus- und Fachärzt:innen befragt, um die Umsetzung und den Nutzen der Regelung zu evaluieren.
TriaTalkSuccess – Triadische Gesprächssituationen mit Menschen mit Demenz und informell Pflegenden in der hausärztlichen Versorgung erfolgreich meistern
In der Studie „TriaTalkSuccess“ wird eine Gesprächshilfe entwickelt, um die Kommunikation zwischen Hausärzt:innen, Menschen mit beginnender Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Ziel ist es, den Dialog in der hausärztlichen Versorgung zu erleichtern und Menschen mit Demenz eine aktive Rolle in der Konsultation zu ermöglichen.
Chronical illness-related LIMitations in the Ability to cope with rising TEmperatures (“CLIMATE Study”)
Die „CLIMATE Study“ untersucht, in welchem Maße ältere, chronisch kranke Patienten während heißen Tagen Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit erleben und in welchem Maße der individuelle Umgang mit Hitze zum Schutz vor diesen Gesundheitsstörungen beitragen kann. Die Kenntnis über die Korrelation zwischen chronischen Erkrankungen und dem Umgang Hitze auf der einen und der Symptombelastung auf der anderen Seite, könnte Hausärzten dabei helfen, chronisch Kranke in Hitzeperioden besser zu betreuen.
Soziale Probleme in der Hausarztpraxis (SoPrHa)
Die Studie „Soziale Probleme in der Hausarztpraxis (SoPrHa)“ untersucht, wie Armut, Arbeitslosigkeit und Einsamkeit die Gesundheitsversorgung beeinflussen und die Lebensqualität der Patient:innen beeinträchtigen können. Ziel ist es, soziale Themen stärker in die hausärztliche Praxis zu integrieren und die Zusammenarbeit zwischen Hausärzt:innen und Sozialarbeiter:innen zu fördern. Durch praxisorientierte Workshops und die Entwicklung gezielter Interventionen sollen diese sozialen Determinanten in der klinischen Versorgung besser berücksichtigt werden.
Ungleichheiten in der Diagnose von Versorgung von Frauen und Männern mit Herzinsuffizienz (DISPAR-HF)
Die Studie „Ungleichheiten in der Diagnose von Versorgung von Frauen und Männern mit Herzinsuffizienz (DISPAR-HF)“ untersucht geschlechtsspezifische Unterschiede sowie weitere Einflussfaktoren wie Alter und Migrationshintergrund auf die Diagnosestellung und Behandlung von Herzinsuffizienz. Mithilfe von Videovignetten und Interviews mit Hausärzt*innen werden bewusste und unbewusste Entscheidungsprozesse bei der Versorgung rekonstruiert, um Ungleichheiten in der Behandlung zu identifizieren. Ziel ist es, die zugrunde liegenden Ursachen für ungleiche Versorgung zu verstehen und Empfehlungen für eine gerechtere Behandlung zu entwickeln.
Kürzlich abgeschlossene Projekte
MultiCare Cohort Study: Multimorbiditätsmuster in der hausärztlichen Versorgung
Die "MultiCare Cohort Study" untersucht Multimorbiditätsmuster bei älteren Hausarztpatienten und beleuchtet insbesondere den Zusammenhang zwischen geistigen und somatischen Erkrankungen. Ziel der Studie ist es, prognostische Variablen für den Verlauf der Multimorbidität zu identifizieren und die Auswirkungen auf die Lebensqualität sowie die Versorgungskosten im Zeitverlauf zu analysieren. Über 3.100 Patienten wurden in dieser multizentrischen, prospektiven Kohortenstudie begleitet, um ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse von multimorbiden älteren Menschen zu entwickeln.
Entwicklung eines Leitfadens für Gespräche zwischen Pflegefachpersonen und Angehörigen von Menschen mit Demenz in Pflegeheimen zum sinnvollen und zielgerichteten Einbezug dieser in die Versorgung (EMPOR)
Die „EMPOR“-Studie entwickelt einen Leitfaden für Gespräche zwischen Pflegefachpersonen und Angehörigen von Menschen mit Demenz, um deren sinnvolle und zielgerichtete Einbeziehung in die Versorgung zu fördern. Ziel ist es, eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aufzubauen, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Demenzkranken durch individuelle Unterstützung verbessert.
Versorgungs-, Nachsorge- und Rehabilitationsbedarfe von Long-Covid-Betroffenen in der hausärztlichen Versorgung (LoCovGP)
Die Studie „LoCovGP“ untersucht die Versorgungs-, Nachsorge- und Rehabilitationsbedarfe von Long-Covid-Betroffenen aus der Perspektive von Hausärzt:innen. Durch Interviews mit Hausärzt:innen sollen Erfahrungen, Herausforderungen und ungenutzte Unterstützungsangebote bei der Behandlung von COVID-19-Spätsymptomen erfasst werden. Ziel ist es, auf Basis der Ergebnisse Empfehlungen zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung und interdisziplinären Zusammenarbeit zu entwickeln.
Hausärztlicher Praxisklimaindex
Der „Hausärztliche Praxisklimaindex“ wird vom Institut für Allgemeinmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Scherer durchgeführt und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Hausärzteverbänden realisiert. Ziel der Studie ist es, die hausärztliche Versorgungssituation zu erfassen und dieser im politischen und medialen Diskurs mehr Gewicht zu verleihen, insbesondere angesichts der zentralen Rolle der Hausärzt:innen während der Pandemie. Die Ergebnisse sollen die Expertise und die Herausforderungen der Hausarztpraxen in der Versorgung besser sichtbar machen.